Reise ins Mittelalter: Burgbau in Friesach

Burgbau Friesach Podcast

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In Friesach in Kärnten wird eine mittelalterliche Burg gebaut. Das Besondere an diesem Burgbau ist, dass modernen Hilfsmittel auf der Baustelle tabu sind. Also wird die Burg genauso wie im Mittelalter gebaut – mit allen Herausforderungen, die damit verbunden sind. Das Projekt soll 40 Jahre dauern. Ein Viertel der Zeit wurde bereits fleißig geschaffen. 

Wie kam das Mittelalter nach Friesach ins Heute? 

Der Schauplatz Friesach ist die älteste Stadt Kärntens. Obwohl sie schon drei Burgen beherbergt, wird heute an einer vierten gebaut. Seit 10 Jahren arbeitet das Projektteam unter Gerald Krenn am Gebilde. Ohne moderne Hilfsmittel dauert das ganze schon seine Zeit. Fertiggestellt werden soll die Burg allerdings erst ist in 30 Jahren. 

Gebaut wird nur mithilfe von mittelalterlichen Arbeitsmethoden. Somit beginnt hinter dem Projektleiterbüro von Gerald Krenn quasi das Mittelalter. Die Vorgeschichte der Burg in Friesach beginnt in Frankreich. Dort befindet sich nämlich das Mutterprojekt. Ein ähnliches Projekt soll dort vor 20 Jahren durch einen Restaurator und Architekt als Ideentreiber entstanden sein. 

Eine Archäologin aus Klagenfurt brachte die Idee nach Österreich. Erst dem Wahnsinn abgetan kam später doch die Entscheidung und somit das Go für den Baustart. Friesach besitzt ein großes historisches Erbe und einige Mittelalterfans. Jedes Jahr findet dort sogar ein Mittelalterspektakel statt. 

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Drei besondere Gründe sprachen für das Bauprojekt. Zum einen besitzt Friesach eine hohe Anzahl an Denkmälern. Die Stadt soll durch das Projekt mehr Aufmerksamkeit erfahren und touristisch belebt werden. Des Weiteren schafft das Projekt Arbeitsplätze und hilft gleichzeitig der Forschung. Der Bau bietet eine einzigartige Möglichkeit, zu erforschen, wie Projekte im Mittelalter umgesetzt worden sein könnten. Gebaut wird nach Annahmen, da heute nicht eindeutig ist, wie im Mittelalter ganz genau gebaut wurde.

Die Herausforderungen und spannenden Arbeitsplätze beim Bauen einer Burg 

Gebaut wird um eine frühere Zeit besser verstehen und analysieren zu können. Bilder und Hypothesen bilden die Grundlage. Eine Herausforderung ist es heutige Bauvorgaben mit dem mittelalterlichen Projekt vereinen zu können. Oft gibt es Diskurs mit den Sicherheitsvorschriften, da früher viel unsicherer gebaut wurde. 

Aktuell gibt es keinen Plan von der fertigen Burg. Gebaut wird auf einem abgesperrten Areal. Dort sollen idealtypische Bauten errichtet werden. Wo schlussendlich was steht, richtet sich vor allem nach dem Untergrund. Das Projekt wird peu à peu weitergeplant. Ganz nach mittelalterlicher Methode. 

Zu jeder Burg gehört ein Turm oder auch Bergfried genannt. Er soll mit mindestens 20 Metern Höhe und starken Mauern errichtet werden. Der Turm soll die Besonderheit haben, dass er bewohnbar sein soll. 15 bis 20 Personen könnten dort Platz zum Wohnen haben. Neben anderen typischen Teilen einer Burg soll es auch eine oder gleich mehrere Kapellen geben. Außerdem soll ein Schmid für die Pferde und einige andere Tiere eines Tages in der Burg untergebracht werden.

Entschleunigung ist ein prägender Begriff im Alltag des Burgbaus. Eine große Herausforderung ist, dass der Arbeitsprozess umgedacht werden muss. Zudem benötigt das Projekt viele helfende Hände. 80 % der Kosten fließen in das Personal. Dazu zählen auch drei Pferde, um schwere Materialien zu transportieren. Insgesamt soll das Projekt, auf 40 Jahre veranschlagt, zwischen 40 und 60 Millionen Euro kosten. Gefördert wird es vom Land Kärnten und dem AMS, um Arbeitsplätze zu schaffen und handwerklich begeisterten Quereinsteigern eine Übergangslösung zu bieten.

Zeitreise zum Hören: Podcast vom mittelalterlichen Burgbau

Projektleiter Gerald Krenn studierte Geschichte und ist seit 2012 am Burgbau beteiligt. Wer an der Burg mitarbeiten möchte, benötigt handwerkliches Geschick. Im Österreich Podcast gehen wir einer der spannendsten Frage auf den Grund: nämlich wie man Arbeitskräfte für so ein Projekt rekrutiert. Neben geförderten Arbeitsplätzen können sich auch Mittelalter-Begeisterte auf reguläre Jobs bewerben. 

Die Baustelle kann mit einer Führung besichtigt werden. Sie dauert 1,5 Stunden und ist sehr vielfältig, da sich der Fortschritt und die Arbeiten immer wieder verändern. Dort kann man alles über das Projekt, die Arbeiten und die Mitarbeiter erfahren. Die Hälfte der Besucher schaut tatsächlich ein mal Jahr vorbei. 

Den Namen der künftigen Burg wird uns Gerald im Podcast auch verraten. Neben vielen anderen noch offenen Fragen zum Projekt beantworteter beispielsweise auch, wie man einen Arbeitsinspektor überzeugt, mit einem Holzkran arbeiten zu können. Und wir erfahren einiges zur Geschichte von Friesach, das einst dem Erzbischof von Salzburg gehörte. 

Neugierig? Jetzt den No Kangaroos – Der Österreich Podcast mithören! 

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Burgbau Friesach
Sankt Veiter Straße 30
9360 Friesach